Bruno Gröning

Bruno Gröning kam im Danziger Stadtteil Oliwa zur Welt und stammte aus einfachen Verhältnissen, seine Eltern wurden als „strenggläubig-katholisch“ beschrieben. Nach nur fünf Jahren Volksschule begann er mehrere Ausbildungen, die er aber nicht beendete. Er arbeitete unter anderem als Tischler.

 

Er war zweimal verheiratet, aus erster Ehe gingen zwei Kinder hervor, die aber schon früh starben. Nach Entlassung aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft lebte er in Westdeutschland. Er starb in Paris an Magenkrebs und wurde nach der Einäscherung auf einem Friedhof im hessischen Dillenburg beigesetzt.

Der Geistheiler

In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg gaben mehrere Menschen an, durch die Einwirkung Grönings von gesundheitlichen Beschwerden befreit worden zu sein. Nach einem Pressebericht im März 1949 über einen vermeintlichen Erfolg strömten zahlreiche Heilungssuchende zu Gröning nach Herford in Westfalen.


Gröning berief sich bei seinen Heilungen auf die "durch ihn strömende göttliche Kraft", den - wie er es nannte - Heilstrom. Den großen Kropf, der auf Fotos an Grönings Hals auffällt, interpretierte er als wohltuende Schwellung durch diese Kraft. Die Betroffenen (überwiegend Frauen und ältere Menschen) suchten Heilung durch persönlichen Kontakt zu Gröning, durch Teilnahme an Massenversammlungen in Gegenwart Grönings, durch Anwendung eines von Gröning übersandten Gegenstandes (meist eine Kugel aus Stanniolpapier, s. u.), durch Aufsuchen einer zuvor bekanntgemachten Örtlichkeit, auf die Gröning aus der Ferne gezielte Heilwellen richtete, oder einfach durch gedankliche Konzentration des Kranken auf Gröning.

 

Die Gröningkugeln, taubeneigroße Kugeln aus Stanniolpapier, die auf Versammlungen verteilt oder verkauft wurden, wurden zeitweise sogar auf dem Schwarzmarkt in München gehandelt. Nach einer Aussage von Grönings zeitweiligem Geschäftsführer Otto Meckelburg enthielten sie Haare, Blutstropfen oder Fußnägel von Gröning; nach anderer Quelle hatte Gröning sie zudem „angesprochen“.

Der Wunderdoktor

Es formierte sich eine große Anhängerschaft, die in ihm einen „Wunderdoktor“ sah. In den Ermittlungsakten der bayerischen Landesregierung sind Grönings Fallberichte zu Heilungen oder Besserungen von chronischen Schmerzen, Neuralgien und Asthma zu finden. Andererseits kam es auch zu gesundheitlichen Schäden, z. B. bei einer Patientin, die im Vertrauen auf Gröning ihr Insulin abgesetzt hatte.

 

1949 verboten die Stadtverwaltung von Herford, kurz darauf auch die nordrhein-westfälische Landesregierung Gröning seine Tätigkeit. Er wich daraufhin ins bayerische Gestüt "Traberhof" bei Rosenheim und später nach Mittenwald aus, wo man ihn zunächst gewähren ließ. Bis zu 30.000 Menschen täglich suchten den Traberhof auf.

 

Die Münchner Illustrierte Revue veröffentlichte in dieser Zeit eine sensationell aufgemachte Reportageserie, was die Auflage um 100.000 Exemplare auf knappe 400.000 Stück wöchentlich anschwellen ließ.

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